Quantitative Sozialforschung
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„Links gehen, rechts stehen!"

Ein Feldexperiment zur Durchsetzung informeller Normen auf Rolltreppen

Empirische Untersuchungen zur Durchsetzung sozialer Normen im Alltag sind bisher rar. Die auf Münchner Rolltreppen geltende Norm „Links gehen, rechts stehen!“ bietet eine günstige Gelegenheit entsprechende Prozesse zu untersuchen. In einem Feldexperiment wurden Passanten beim Begehen der Rolltreppen bewusst behindert und deren Reaktion (Sanktionswahrscheinlichkeit, -stärke und -eintrittsdauer) beobachtet. Zudem wurden die Merkmale ‚Geschlecht‘ und ‚Kleidung‘ der Normverletzenden systematisch variiert, da Effekte des sozialen Status auf die Normdurchsetzung von theoretischem Interesse waren. Im Ergebnis zeigt sich, dass beide Faktoren Einfluss haben. Elegante Kleidung reduziert die Sanktionswahrscheinlichkeit und -stärke und erhöht die Sanktionseintrittsdauer. Zudem werden Frauen schneller sowie verbal häufiger und stärker sanktioniert, während Männer stärkere physische Aufforderungen zu normkonformem Verhalten erhalten.

Artikel erscheint in: Zeitschrift für Soziologie.

Begleitmaterial:

Projektteam: Tobias Wolbring, Christiane Bozoyan, Dominik Langner