Quantitative Sozialforschung
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Ergebnisse

Prognosegüte der Wahlbörse

GraphNach der Bundestagwahl ist es möglich, erste Aussagen zur Leistungsfähigkeit der Wahlbörse zu treffen. Es zeigt sich - in Übereinstimmung mit der vorliegenden empirischen Evidenz früherer Prognosemärkte zu Wahlen - die hohe Vorhersagegenauigkeit. So lag der durchschnittliche Vorhersagefehler der zwischen dem 17. und 21. September 2009 veröffentlichten Sonntagsfragen großer Meinungsforschungsinstitute bei 2,0 Prozentpunkten. Die Prognose vom 19. September von Wahlstreet weist hingegen eine mittlere Abweichung von nur 0,8 Prozentpunkten auf. Detailiertere Analysen zum Abschneiden der Börse zu verschiedenen Zeitpunkten finden Sie im Ergebnisbericht. Zu Strategien der Teilnehmer und anderen Fragen werden im Laufe des Wintersemesters 2009/2010 weitere Auswertungen vorgenommen.

Ergebnisbericht (PDF-Datei, 200KB)

Wahlerwartungsfrage

Erste Erfahrungen mit der Wahlerwartungsfrage in der telefonischen Befragung zufällig ausgewählter Wahlberechtigter zeigen erstens, dass es problemlos möglich ist, mit dem von uns entwickelten Erhebungsinstrument die Erwartung über den Wahlausgang zu erheben, obwohl es sich um eine vergleichsweise komplexe Fragestellung handelt. Zweitens zeigt sich Auswertungen, dass mit der Sonntagsfrage und der Wahlerwartungsfrage in der Tat unterschiedliche Konstrukte gemessen werden: so gaben 22,1 Prozent der Befragten an, SPD wählen zu wollen, der erwartete Stimmanteil lag aber bei 27,7 Prozent. Die Grünen wählen zu wollen berichteten 14,2 Prozent, der erwartete Stimmanteil lag dagegen bei 11,4 Prozent. Die Befürchtung, die Wahlerwartungsfrage würde lediglich die Wahlabsicht reproduzieren, bestätigte sich also nicht. Allerdings zeigt sich anhand dieser Zahlen drittens, dass der Prognosefehler der Wahlerwartungsfrage hoch war. Da es im Rahmen des Projekts nur möglich war, eine vergleichsweise kleine Population zu befragen und auch nur geringe Zahl von Kontaktversuchen möglich war, kann dies jedoch in der Stichprobe begründet liegen. In Anbetracht der methodischen Erfahrungen erscheint uns weitere Forschung hierzu lohnenswert.