Hinweise für Kandidaten für Bachelor-Arbeiten
Anforderungen und Formales für die Anmeldung einer Bachelor-Arbeit
Hinsichtlich der formalen Anforderungen beachten Sie zunächst bitte unbedingt die "Informationen zur Bachelorarbeit/zum Abschlussmodul im Studiengang Soziologie", die Sie auf der Institutshomepage im Bereich "Studium" finden.
Die Entwicklung eines eigenen Themenvorschlags ist am Lehrstuhl Prof. Braun ausdrücklich erwünscht und erfordert eine sorgfältige Planung der Arbeit vor Beginn der Bearbeitungszeit. Wenn Sie am Lehrstuhl Prof. Braun eine Bachelor-Arbeit schreiben möchten, ist es für einen erfolgreichen Verlauf dringend ratsam, die folgenden Anforderungen zu erfüllen, um mit den Erwartungen an eine wissenschaftliche Arbeit am Lehrstuhl vertraut zu sein:
- Es sollte mindestens ein Seminar oder ein Forschungspraktikum am Lehrstuhl absolviert worden sein, idealerweise ist beides der Fall.
- Nehmen Sie rechtzeitig vor Beginn der Bearbeitungszeit mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Lehrstuhls Kontakt auf. Wenn Sie die Arbeit im Sommersemester schreiben wollen, sollten Sie spätestens zur Mitte des vorhergehenden Wintersemesters ein erstes Beratungsgespräch anstreben.
- Die Durchführung von empirischen Arbeiten mit eigener Datenerhebung erfordert möglicherweise einen weiteren zeitlichen Vorlauf, der bei der Planung eigens zu beachten ist. Besonders wichtig ist, dass der Feld- bzw. Datenzugang rechtzeitig und verbindlich durch die Studierenden zu klären ist.
- In Absprache mit dem Betreuer muss ein Exposé der Arbeit erstellt werden.
- Die Arbeit muss dem deduktiv-nomologischen Erklärungsschema folgen, also Hypothesen prüfen.
- Die Arbeit muss quantitativ-empirisch ausgerichtet sein.
Hinsichtlich der formalen Gestaltung beachten Sie bitte ebenfalls die Hinweise im oben angegebenen Informationsblatt. Beachten Sie außerdem die in der Übung "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" vermittelten Grundlagen!
Hinweise zur Gestaltung eines Exposés
Das Exposé soll in aller Kürze (maximal sechs Seiten) folgende Bestandteile enthalten:
- Name des Kandidaten,
- Titel der Bachelorarbeit,
- kurze Einführung in das Thema,
- kurze Darstellung des Forschungsstandes,
- präzise Formulierung der Fragestellung,
- theoretische Bezüge und Anknüpfungspunkte,
- kurze Beschreibung des methodischen Vorgehens.
Das Exposé muss so rechtzeitig fertig gestellt werden, dass das Anmeldeformular des Prüfungsamtes termingerecht eingereicht werden kann. Das bedeutet, dass spätestens zwei Wochen vor dem Anmeldetermin im Prüfungsamt ein fertig abgesprochenes Exposé vorliegen sollte.
Mögliche Themenbereiche
Um Sie bei der Themenfindung zu unterstützen, finden Sie hier einige Hinweise zu Themenbereichen, die am Lehrstuhl betreut werden können sowie zu Möglichkeiten, Daten für Sekundäranalysen zu erhalten. Selbstverständlich können aber auch in anderen Themenbereichen Arbeiten geschrieben werden.
Ernährung und Gesundheit
- Gesundheitssurveys des Robert Koch-Intituts
- Nationale Verzehrstudie II
- Kinder-Umwelt-Survey
Internationale Makrodaten
Die Datensätze sind international stark in Gebrauch zu Themen wie Wohlstandsentwicklung, Rolle von Institutionen, Globalisierung, oder internationale und intranationale Ungleichheit
- Penn World Table
- Weltbank: Datenkatalog, Seite "Data & Research"
- American Political Science Association (APSA)
- The Macro Data Guide
- Sala-i-Martin's Datensammlung
- Zeitreihen der Bundesbank
- Klimadaten (zum Experimentieren oder um Effektstärken z. B. im Vergleich zur Temperatur abzuschätzen)
- Gesundheitsdaten der WHO für europäische Länder
- GENESIS (Informationssystem des statistischen Bundesamts)
Mediaanalyse
- PZ-online
Allgemeinere Individualdatensätze
- Allbus
- World Value Survey
- International Social Survey Programme (ISSP)
- European Social Survey (ESS)
- Mikrozensus (Campus-files)
Eigene Datensätze
Aus Lehrforschungsprojekten liegen Datensätze zu den Themen Religiosität, Partnerwahl und Partnerschaft und Glück vor.
Bewertungskriterien
Die wichtigsten Kriterien zur Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit sind:
- soziologische Relevanz (in theoretischer, methodologischer wie praktischer Hinsicht),
- kritische und eigenständige Darstellung des wissenschaftlichen Diskussionsstands zur Frage- und Problemstellung,
- methodisches Vorgehen und methodologische Reflexion der eigenen Arbeit (insbesondere in Bezug auf die Auswahl und Durchführung der Methoden, einschließlich Ergebnisbewertung und rückwirkende Methodenkritik),
- Stringenz der Argumentation („roter Faden“),
- Verständlichkeit, Prägnanz und Präzision der Darstellung,
- wissenschaftliche Originalität (Neuheit der Themenstellung, des Untersuchungs-ansatzes und der Ergebnisse),
- Komplexität der Themenstellung.
Der Umfang der Arbeit soll ca. 80.000 Zeichen (entspricht ca. 35 Seiten) betragen.
Die Gliederung
- soll klar und übersichtlich sein,
- soll für sich genommen die Argumentation nachvollziehbar machen.
Die Einleitung
- soll zur Themenstellung hinführen,
- macht die soziologische Relevanz der Themenstellung deutlich,
- soll das Thema ein- und abgrenzen und die konkreten Fragestellungen benennen,
- begründet die Konzentration auf bestimmte Aspekte des Themas,
- vermittelt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
Der Hauptteil
- enthält die systematische Behandlung des Themas.
- Aufbau und Inhalt einzelner Abschnitte entsprechen der beabsichtigten Argumentationsfolge.
- Kapitel und Abschnitte sind durch geeignete Übergänge verbunden, so dass der argumentative Zusammenhang erkennbar wird.
- In Abschnitten, die der theoretischen Aufarbeitung des Themas gewidmet sind, werden die jeweils relevanten theoretischen Ansätze und Kontroversen besprochen.
- Einschlägige Veröffentlichungen werden rezipiert.
- Es erfolgt eine klare Trennung zwischen dem Referat der einschlägigen Fachliteratur und der eigenen Stellungnahme hierzu.
Der Schluss
- enthält eine Zusammenfassung der Ergebnisse,
- beantwortet die in der Einleitung aufgeworfenen Fragestellungen,
- verdeutlicht die Beschränkungen der eigenen Arbeit,
- gibt einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen.
Zitierweise
- Einheitliche Zitation gemäß den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens,
- Belege aller wörtlichen und sinngemäßen Zitate,
- keine Zitation aus zweiter Hand,
- vollständiges Literaturverzeichnis.
- Im Literaturverzeichnis keine Titel, auf die nicht im Text der Arbeit verwiesen wird.
Darstellungen
Jede Darstellung (Graphik, Tabelle) soll aufgrund von Überschrift, Beschriftung und Quellenhinweise für sich genommen verständlich sein.
Stil
- Sprachlich klare und präzise Ausdrucksweise,
- keine umgangssprachlichen Wendungen.
Empirische Arbeiten benötigen insbesondere
- theoriegeleitete Fragestellungen bzw. Hypothesen,
- eine nachvollziehbare Operationalisierung der theoretischen Begriffe,
- Beschreibung und Reflexion des Forschungsdesigns,
- zur Fragestellung passende Auswertungstechniken,
- Trennung von empirischen Ergebnissen und deren Bewertung.
Beachten Sie die in der Übung „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ vermittelten Kenntnisse!
Plagiate werden selbstverständlich ausnahmslos gemäß §28 der Prüfungsordnung geahndet. Das bedeutet, dass die Arbeit in jedem Fall mit „nicht bestanden“ bewertet wird, aber auch eine Exmatrikulation ist möglich!
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